GGL legt aktuelle Marktdaten zum lizenzierten Online-Glücksspiel vor
Willa Ludwig · May 18, 2026

GGL legt aktuelle Marktdaten zum lizenzierten Online-Glücksspiel vor

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat kürzlich die Ergebnisse einer beauftragten Untersuchung veröffentlicht, wonach 77 Prozent des Online-Glücksspielvolumens in Deutschland über lizenzierte Anbieter abgewickelt werden, während 22,97 Prozent auf nicht regulierte Betreiber entfallen. Diese Zahlen basieren auf einer detaillierten Analyse, die im März 2026 vorgelegt wurde und nun als Grundlage für weitere Bewertungen dient. Ronald Benter, der CEO der GGL, betonte dabei, dass die Erkenntnisse frühere Annahmen zum Umfang des Schwarzmarktes bestätigen und in die laufende Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 einfließen sollen.
Grundlage und Methodik der Erhebung
Die Studie wurde im Auftrag der GGL durchgeführt und erfasst das Gesamtvolumen des Online-Glücksspiels über einen definierten Zeitraum, wobei sowohl lizenzierte als auch nicht lizenzierte Plattformen berücksichtigt wurden. Experten haben dabei verschiedene Datenquellen kombiniert, darunter Transaktionsaufkommen, Nutzerstatistiken und Marktbeobachtungen, um ein möglichst genaues Bild der Verteilung zu erhalten. Die 77-Prozent-Marke für regulierte Anbieter zeigt, dass ein Großteil der Aktivitäten bereits in den legalen Rahmen eingebunden ist, während der verbleibende Anteil auf Anbieter außerhalb der deutschen Lizenzierung entfällt. Beobachter weisen darauf hin, dass solche Erhebungen regelmäßig aktualisiert werden müssen, da sich Marktstrukturen durch neue Technologien und internationale Angebote verändern können.
Stellungnahme von GGL-Chef Ronald Benter
Ronald Benter äußerte sich zu den Ergebnissen und erklärte, dass die ermittelten Werte frühere Schätzungen zum Schwarzmarktanteil stützen und somit eine solide Basis für politische und regulatorische Entscheidungen liefern. Er hob hervor, dass die Kanalisierungswirkung des GlüStV 2021 bereits messbare Fortschritte erzielt hat, obwohl weiterhin Handlungsbedarf bei der Bekämpfung unregulierter Angebote besteht. Die Daten sollen nach Benters Aussage in die anstehende Evaluation des Staatsvertrags einbezogen werden, die voraussichtlich auch im Mai 2026 weitere Diskussionen in den Ländern auslösen wird. Vertreter der Behörde betonen, dass transparente Marktzahlen essenziell sind, um gezielte Maßnahmen zur Spielerschutz und zur Marktregulierung zu entwickeln.
Auswirkungen auf den GlüStV 2021 und laufende Überprüfungen
Der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 sieht strenge Vorgaben für Lizenzvergabe, Werbebeschränkungen und Spielerschutz vor, und die neuen Zahlen liefern konkrete Anhaltspunkte dafür, wie weit die angestrebte Kanalisierung bereits fortgeschritten ist. Die GGL nutzt diese Erkenntnisse, um Anpassungen vorzuschlagen, die sowohl den legalen Markt stärken als auch den Zugang zu unregulierten Angeboten erschweren sollen. Während der laufenden Überprüfung fließen die Studiendaten in Gespräche zwischen den Bundesländern ein, die über mögliche Nachjustierungen der Regulierung entscheiden. Forscher und Marktanalysten haben in vergleichbaren Untersuchungen gezeigt, dass eine hohe Kanalisierungsquote langfristig zu besserer Kontrolle und höheren Steuereinnahmen führen kann, wobei hier die genauen Effekte erst in den kommenden Monaten bewertet werden.

Marktvolumen und Vergleich mit früheren Schätzungen
Das Gesamtvolumen des Online-Glücksspiels in Deutschland wird durch die Studie genauer quantifiziert, wobei die Aufteilung in 77 Prozent lizenzierte und rund 23 Prozent unregulierte Aktivitäten eine klare Momentaufnahme liefert. Frühere Annahmen hatten ähnliche Größenordnungen für den Schwarzmarkt vermutet, doch die aktuelle Erhebung ermöglicht eine präzisere Nachverfolgung von Trends über mehrere Jahre hinweg. Die GGL plant, solche Analysen künftig regelmäßiger durchzuführen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend reagieren zu können. Daten aus der Studie zeigen zudem, dass bestimmte Spielformen wie Sportwetten und virtuelle Automatenspiele unterschiedliche Kanalisierungsraten aufweisen, was bei der weiteren Ausgestaltung der Regulierung berücksichtigt werden soll.
Internationale Einordnung und regulatorische Herausforderungen
Im europäischen Vergleich steht Deutschland mit seiner Quote von 77 Prozent lizenzierten Online-Glücksspiels im Mittelfeld, wobei einige Nachbarländer bereits höhere Kanalisierungsraten erreicht haben. Die GGL arbeitet eng mit anderen europäischen Behörden zusammen, um grenzüberschreitende Angebote besser einzudämmen und gemeinsame Standards zu entwickeln. Ronald Benter wies darauf hin, dass die Bekämpfung des Schwarzmarktes nicht allein auf nationaler Ebene erfolgen kann, sondern internationale Kooperationen erfordert. Die Studienergebnisse dienen daher auch als Argumentationsgrundlage in Gesprächen mit EU-Partnern, die im Mai 2026 weiter vertieft werden sollen.
Fazit
Die von der GGL vorgelegten Zahlen bieten eine fundierte Grundlage für die weitere Entwicklung der Glücksspielregulierung in Deutschland, indem sie den aktuellen Stand der Kanalisierung klar abbilden und Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzeigen. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Überprüfung des GlüStV 2021 ein und unterstützen die Behörde bei der Planung zukünftiger Maßnahmen zum Spielerschutz und zur Markttransparenz. Regulator-commissioned study on online gambling market shares (2026 estimate) liefert hierzu die zentralen Referenzwerte, die in den kommenden Monaten weiter analysiert und diskutiert werden.